So än Seich…

„Mach nöd sonen Seich“ zu Deutsch mach‘ nicht einen solchen Quatsch. Wie oft sag‘ ich dass, oder in der Art. Oft. Manchmal ernsthaft, manchmal scherzhaft.

Dann, an einem Abend beim zu Bett gehen, fragt mich der kleine Grosse gefühlte 100 Fragen. Im Gespräch kommen wir auf einen ehemaligen Pflegejugendlichen zu sprechen. 

Da muss ich nun etwas ausholen…

Dieser hat nach ca. einem Jahr Aufenthalt bei uns einen Weg eingeschlagen, welchen wir uns nicht wünschten, nicht erhofften.

Er konnte die vielen Kurven seines Weges mit uns nicht kriegen:(                                Wir mochten/mögen ihn sehr. Er gab dem kleinen Mann und uns viele  ❤️ -Momente.

Seine Weg führte ihn weg von unserer Familie. Ins Gefägnis und dann in (geschlossene) Jugendheime. Wieder.

Wir besuchten ihn. Im Gefängnis nur zu zweit. Im Jugendheim mit dem kleinen Grossen. Er freute sich und gleichzeitig war sein Unbehagen spürbar. Denn er wollte dem kleinen Mann ein gutes Bild vermitteln. Eigentlich.

Das war an jenem Abend ca. ein Jahr her.

Da fragt mich mein Schatz, ob er, wenn er „Seich macht“ auch weg muss von uns. Mein Herz blieb fast stehen! Ich brauchte einen Moment um zu kombinieren – manchmal, oder seeehr oft, wünsch ich mir Teil seines Kopfkinos zu sein.                      Zur Sicherstellung meines Verständnisses fragte ich nach, wie er das denn genau meine.

„Er hat ja ‚en grossä Seich‘ gemacht. Ich mach‘ ja manchmal auch Quatsch. Wenn ich jetzt solch‘ grossen Quatsch anstelle, muss ich dann auch ins Gefängnis/ins Heim?“

Ach. Du. Meine. Güte. Neiiin! Da wurde mir bewusst wie sehr meine/unsere Worte prägen. Langsam. Stetig. Täglich.

Oft verwende ich den Ausdruck „sonen Seich“ oder „das isch jetzt än Seich“. Mit unseren Kids und eben auch den Teenies. Doch für mich waren das verschiedene intensitäten der Aussage, bezogen auf den Adressaten. Für mich. Dass dies bei unserem kleinen Grossen zu dieser Folgerung führt (mit 4), dass kam mir nicht im Traum in den Sinn.

So beruhigte ich ihn. Erklärte ihm, dass es ganz verschiedene Arten von „Seich“ machen gibt. Und ER in seinem Alter gar nicht einen solchen Quatsch anstellen kann dass es soweit komen würde, dass er von uns weg müsste! Und WIR uns als Mami und Papi ganz fest bemühen mit ihm den rechten Weg zu gehen.

Gemeinsam. 

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